Historischer Lückenschluss auf der Wiener Ringstraße

Es war im Jahr 1984, als Wien’s Bürgermeister Helmut Zilk einen Radweg auf der Wiener Ringstraße ankündigte. Bei der Umsetzung waren dem Bürgermeister die Beamten nicht schnell genug, was ihn laut Überlieferungen zur Aussage hinreißen ließ „Wenn das nicht bald geschieht, nimm’ i selber einen Kübel Farbe und mal das!“ Ein Jahr danach, 1985, eröffnete Zilk dann tatsächlich das erste Teilstück.

Im Jahr 2016 – also 22 Jahre später – wurde nunmehr die letzte Lücke beim Schottentor geschlossen und der Ring-Rund-Radweg ist jetzt sowohl innen, als auch außen durchgehend in beiden Richtungen befahrbar. Nachfolgend einige Fotos des kürzlich fertig gestellten Lückenschlusses.

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Die lange Zeit fehlende Querung der Währinger Straße konnte kurioserweise nur deshalb errichtet werden, weil ein Zebrastreifen für FußgängerInnen provisorisch während einer Baustelle genehmigt und dann – auf typisch wienerische Art – belassen wurde. Damit war der Weg frei für die Radquerung daneben.

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Auf dem Foto oben sieht man die (verzweifelten?) Versuche, die Warteflächen für abbiegende RadfahrerInnen zu strukturieren und gleichzeitig StVO-konforme Haltelinien anzubringen.

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Für alle verkehrstechnisch Interessierten werden anhand von diesem und dem vorangegangenen Foto einige Widersprüche kommentiert:

  • In Blickrichtung gilt für RadfahrerInnen ebenso wie für die Autos die große Ampel, das heißt „Stehenbleiben“ bei rot. In der Gegenrichtung – siehe voriges Foto – hat man auf die Ampel vergessen, das heißt RadfahrerInnen dürfen auch fahren, wenn die querenden FußgängerInnen grün haben. Psst, nicht weitersagen, sonst wird diese Ampel womöglich noch ergänzt!
  • Der Ampelsteher steht viel zu nahe am Radweg. Es besteht die Gefahr, mit dem Lenker hängen zu bleiben. Außerdem ist das Verkehrszeichen am Ampelsteher zu tief montiert. Achtung, bitte dort nicht den Kopf verletzen und schön Abstand halten – aber auch auf entgegenkommende RadlerInnen achten, weil es dort sehr schmal ist.
  • Wäre man sehr pedantisch, könnte man auch hinterfragen, wieso der Radweg an der Ampel aufhört (Verkehrszeichen Radweg Ende) und erst dahinter wieder anfängt. Was ist das Territorium dazwischen? In der anderen Fahrtrichtung gibt es jedenfalls keine Unterbrechung.
  • Am vorherigen Foto sind drei „Einfahrt verboten“-Schilder zu sehen, die natürlich für den Kfz-Verkehr gedacht sind. Aber gemäß StVO dürfte ich dann als RadlerIn auch nicht dort fahren, wenn kein Zusatzschild „ausgenommen Radfahrer“ angebracht ist.
  • Und eine Feinheit am Rande: offensichtlich haben sich die Bodenmarkierer auch nicht leicht getan, weil zuerst haben sie falsch markiert und mussten das wieder ändern – zu erkennen an den „abgeschliffenen Aspaltstreifen“ am Radweg, wo die Markierung wieder weggefräst wurde.

Abschließend ein Blick in die Zukunft: in der jüngeren Vergangenheit wurden Konflilktstellen bei der Oper und beim Schottentor (innen) deutlich entschärft. Mit großer Sicherheit wird der Ring-Rund-Radweg in dieser Form nicht so bleiben, sondern in Zukunft noch öfters saniert und verbessert werden. Wie eine Zukunftsvisionen für den Ring aussehen könnten, haben zwei Studien von Gehl und Barcelona Regional aufgezeigt. Hier ein visionärer Querschnitte für die Wiener Ringstraße von Barcelona Regional:

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