Fahrradhauptstadt Münster IV: Radinfrastruktur

Die Standard-Radinfrastruktur in Münster:

Rot gepflasterter Einrichtungs-Bordsteinradweg (wie die Deutschen zu sagen pflegen) mit grauem Schutzstreifen zur Fahrbahn. Auch nicht super breit, ABER konsequent die Verkehrszeichen rechts davon gehsteigseitig, d. h. normalerweise breit genug um zu überholen. Jedenfalls wenn kein Parkstreifen daneben ist.

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Bei Bushaltestellen hält der Bus direkt am Radweg.

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An fast allen Kreuzungen wird der Radweg zum Rechtsabbiegen an der Ampel vorbeigeführt. Für RadlerInnen natürlich super – verursacht aber Konflikte mit FußgängerInnen.

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Fahrbahnbegleitende Zwei-Richtungsradwege gibt es nur in vereinzelten Ausnahmefällen wie hier, wo links eine Radroute abzweigt und die große Straße ca. 50 m vor der Abzweigung gequert wird. Münster hat übrigens eine sehr schlechte Unfallstatistik. Ein großes Problem sind unter anderem Geister-Radfahrer auf Einrichtungsradwegen, weil sie an den Knotenpunkten von Autos übersehen werden, weil sie von der falschen Seite kommen. Es gibt sogar eigene Kampagnen gegen das Geister-Radfahren.

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Sehr häufig gibt’s Bike-Boxen zur Unterstützung beim Links-Abbiegen. Diese sind wegen der vielen RadlerInnen riesig dimensioniert. Erstaunlicherweise halten sich die AutofahrerInnen daran und bleiben an der Haltelinie weit vor der Ampel brav stehen.

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Spannend wird’s, wenn vom Radweg in die Bike-Box gefahren wird. Teilweise gibt’s aber auch die Möglichkeit wahlweise geradeaus zu fahren und indirekt links abzubiegen.

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Riesen-Bike-Box mit 13 m zurückversetzter Haltelinie. Gegen Mittag angeblich ca. 30 RadlerInnen pro Ampelumlauf, die links abbiegen um von den Unis in Richtung Mensa zu fahren.

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Auch beim indirekten Linksabbiegen müssen die Aufstellflächen großzügig dimensioniert werden um die RadlerInnen aufnehmen zu können.

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Radfahren im zweistreifigen Kreisverkehr: rechts vor der Einmündung ganz unangenehm gestufter Asphalt, damit man am Radfahrstreifen bleibt und nicht die Kurve schneidet.

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Und so geht’s wieder raus auf den Radweg.

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RadfahrerInnen am Radweg haben so gut wie  immer eine eigene Ampel und bekommen standardmäßig 3 – 5 Sekunden vor dem Autoverkehr grün, um Unfälle durch Abbieger zu vermeiden.

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Fahrradstraßen gibt es in Münster viele, meistens sehr eng, Autofahren im Gegenverkehr fast unmöglich und nicht einladend. Die wenigen AutofahrerInnen waren extrem rücksichtsvoll.

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Die ultimative Genugtuung für (Wiener) RadfahrerInnen: ein Radfahrstreifen, der von Linienbussen mitbenutzt werden darf 🙂

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Gibt’s aber auch umgekehrt, dafür extrem breit, damit Busse an RadlerInnen vorbeifahren können.

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Und wie in fast jeder Stadt mit sehr hohem Fahrradanteil: Das Radabstellproblem ist ungelöst und geht zu Lasten der FußgängerInnen.

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